Norwegen: Fjordroute Nordmøre

In 10–12 Tagen einmal um den Fjord — Berge mit Meerblick (7/10)

Für Norweger ist es eine Familienwanderung: Hüttenwanderung vom Fjordufer bis hinauf auf 900 m, einmal im Kreis um den Arasvik- und Vinjefjord in Meeresnähe nahe bei Trondheim. Einfache Wege mit fantastischen Ausblicken und schönen Gipfeln.

Charakter

Es geht direkt am Flughafen Kristiansund los, da, “wo Norwegen dünner wird”, mit Blick aufs freie Meer. Mit Fähren und über Brücken kommt man auf kurzen Tagesetappen langsam höher und genießt immer weitere Fernblicke. Weil man nicht so hoch hinauskommt wie im “echten” Gebirge, ist der Weg abwechslungsreich, über Uferwege, durch Sumpfgebiete, Wälder und Wiesen und dann doch hinauf aufs baumlose Fjell, wo das Panorama sich atemberaubend ausdehnt. Die Hütten ermöglichen kurze Tagesetappen, aber mit Zelt kann man auch beliebig weiter gehen und die Hütten nur für den Lebensmitteleinkauf nutzen. Wo in den Bergen weniger Familien unterwegs sind, wird es einsam und wild. Für die je nach Messung 150–180 km sind 12 Tage geplant, doch da außer Steigungen nicht mit alpinen Schwierigkeiten zu rechnen ist, kann man die Runde möglicherweise auch in 10 Tagen schaffen.

Reisetipp: Kombination mit der Hjørundfjorden Rundt

Wer genug Zeit mitbringt, könnte die Fjordroute Nordmøre mit der anspruchsvolleren Hjørundfjorden Rundt kombinieren — quasi zum Einwandern. Das ginge dann so: Anreise mit der Fjordline-Fähre über Nacht von Hirtshals bis nach Bergen. Von dort abends mit der Hurtigruten in knapp 24 Stunden weiter durch die Inselwelt Westnorwegens bis nach Kristiansund, wo man noch eine erholsame Nacht in einer Pension einplanen sollte. Am nächsten Morgen geht die Wanderung los. Nach 10 Tagen kommt man zurück nach Kristiansund, von wo stündlich ein Bus in 4 Stunden nach Ålesund fährt. Nach einem Shoppingstop und einer weiteren Erholungsnacht dort kommt man schnell mit dem Bus nach Festøya, dem Startpunkt der Hjørundfjorden Rundt. Es folgen 7 Tage einer anspruchsvollen Gebirgstour mit noch dramatischeren Ausblicken. Am Ende nimmt man wieder die Hurtigruten gen Süden oder aber direkt ab Festøya den Bus von Vy, der allerdings auch 9:30h bis nach Bergen braucht. Insgesamt wäre man gut 3 Wochen unterwegs.

Fernweh-Faktor 7/10

7 So richtig wild und einsam ist die Fjordrute Nordmøre nicht, aber dafür einfach und gut zu gehen (denke ich mir mal) — und vor allem die unglaublichen Ausblicke sind so verlockend! Die Infrastruktur für eine lange Wanderung ist mit den unbewirtschafteten, aber mit Lebensmitteln ausgestatteten Hütten perfekt, und wildes Zelten ist überall erlaubt. Und wenn die Berge auch nur knapp 900 m erreichen, echtes Fjell-Feeling dürfte dort schon aufkommen!

Nur für diese Tour würde ich die lange Anreise vielleicht nicht auf mich nehmen, aber in Kombination mit der Hjørundfjorden Rundt scheint das einen vielfältigen, erlebnisreichen Fernwanderurlaub zu ergeben …

Infos

  • Gleich zwei Routenbeschreibungen bei Outdoorctive und eine, quasi die offizielle, bei Ut.no:

Das Projekt

Eine Übersicht über alle meine “Fernweh-Fernwanderwege” gibt’s hier.

Täglich 1,5 Stunden im ÖPNV - Berichte aus dem Leben im Waggon

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