1 Woche durchs Highland der Hebrideninsel (5/10)

130 km durchs wilde Hinterland der Insel Skye , mal auf anspruchsvollen Gebirgspfaden über den Trotternish Bergrücken und durch die rauen Black Cuillins, mal weglos an der Steilküste entlang. Tolle Landschaft, aber oft schlechtes Wetter, Mückenschwärme, auf Straßen— und schwer zu erreichen.

Charakter

Die schottischen Highlands verlocken mich sehr: Sanfte Bergrücken, schroffe Felsen, Wiesen mit Schafen und ein weiter Horizont — wenn das Wetter passt. Auf dem Skye Trail kommt noch der Blick aufs raue Meer dazu. Die sieben bis acht Tage auf der teilweise weglosen Strecke haben’s in sich und sollen, besonders bei dem hier häufigen schlechten Wetter, sehr anspruchsvoll sein. Lange Tage kann man mit einer Übernachtung im Zelt verkürzen, ansonsten warten jeden Abend B&B’s oder kleine Hotels und Pubs auf den Wanderer, der dort am Kaminfeuer wieder trocknen kann. Wer im Norden beginnt, kommt zunächst durch möglicherweise regen- und windgepeitschtes Bergland mit bis zu 650 m Höhe, später geht es oft an der Steilküste entlang oder durch abgelegenes Wiesenland.

Fernweh-Faktor 5/10

5 Vielleicht bin ich zu sehr von einem Bericht geprägt, wo sich jemand tagelang durch den Regen gekämpft hat, von Mücken halb aufgefressen wurde und schließlich noch die Bergrettung in Anspruch nehmen musste. Und dann scheint ein großer Teil der Strecke doch eher auf breiten Wegen oder Straßen durch zivilisiertes Gelände zu führen. Klingt für meine Ohren alles nicht so sehr attraktiv. Dazu kommt die strapaziöse Anreise, die Rome-2-Rio mit 25 Stunden angibt: Mit ICE und Eurostar durch den Tunnel nach London, von dort 8 Stunden Zugfahrt nach Invernes und nochmal 3 bis Portree auf Skye, fehlt noch der lokale Bus zum Startpunkt im Norden der Insel. Mit Umstiegszeiten dürften in der Praxis zwei volle Tage draus werden.

Mücken — Grund für eine Abwertung?

Auf Skye würden mich die Mücken stören — aber Skandinavien liebe ich? Ist das kein Widerspruch? Nein, denn bislang bin ich in Norwegen und Schweden weitgehend von den Plagegeistern verschont geblieben. Meistens, weil ich hoch oben über der Baumgrenze auf dem Fjell unterwegs gewesen bin, wo immer ein Lüftchen alles weggeweht hat. In tieferen Lagen, zum Beispiel beim Paddeln auf den Seen von Smaland, hatte ich vielleicht Glück mit der Jahreszeit oder ich hatte ausreichend gute Mückenmittel. Eine richtige Plage, wie für den Skye Trail beschrieben, kenne ich aus Skandinavien bisher nicht (*klopft auf Holz*).

Infos

  • The Skye Trail: A challenging backpacking route from Rubha Hunish to Broadford (Cicerone Walking Guides)
  • Tourbeschreibung auf Outdooractive:
  • Tourbeschreibung vom “Headshaker”:

Das Projekt

Eine Übersicht über alle meine “Fernweh-Fernwanderwege” gibt’s hier.

Täglich 1,5 Stunden im ÖPNV - Berichte aus dem Leben im Waggon

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