Tschechien, Polen, Slowakei: Kammweg, EB oder E3

Auf historischen Wegen durch Erz-, Riesen- und Altvatergebirge (7/10)

Vom Elbsandsteingebirge immer weiter nach Südosten auf dem europäischen Fernwanderweg E3: Hier erwartet den Wanderer keine Wildnis, aber viel abgelegene, einfache Kultur in einer schönen Mittelgebirgslandschaft. Es geht über immer neue Höhenzüge mit malerischen Felsenlabyrinthen, über aussichtsreiche Gipfel, durch romantische Wälder und beschauliche Dörfer. Wer will, macht ein jahrelanges Fortsetzungprojekt daraus.

Historie

1904 wurde der historische Kammweg als einer der ersten europäischen Fernwanderwege eröffnet. Er führte immer entlang der Kammlinien von Elstergebirge, Erzgebirge, Böhmischer Schweiz, Lausitzer Gebirge, Jeschkengebirge, Iser- und Riesengebirge, Glatzer Schneegebirge und Altvatergebirge. Nach dem Krieg aufgelassen, installierte man in der DDR später den von Eisenach bis Budapest führenden “Internationalen Bergwanderweg der Freundschaft” (EB) auf ähnlicher Strecke. Obwohl dieser Weg später durch den internationalen Fernwanderweg E3 ersetzt wurde, blieb er in Thüringen und Sachsen als “EB” auf 700 km mit eigener Wegführung und Markierung “EB” erhalten. So kann man im deutschsprachigen Raum dem EB, in Tschechien durch die Sudeten (meistens) dem E3 folgen und ist doch zugleich immer auf dem historischen Kammweg unterwegs, der kürzlich im Panorama-Magazin des DAV beschrieben wurde. Dort werden auch 36 Etappen in drei Abschnitten mit zusammen etwa 820 km Länge vorgeschlagen.

Charakter

Im Riesengebirge und in den anderen Höhen auf dieser Route gibt es immer lokalen Wandertourismus und dementsprechend auch immer einfache Unterkünfte und Gaststätten. Da sind sicher auch manchmal bauliche Sünden entstanden, Ausbauten und Kahlschlag, die das Wandern streckenweise monoton machen, aber genauso stelle ich mir wunderbare, abgelegene Wanderwege durch ursprüngliche, bäuerlich geprägte, aber auch wilde Mittelgebirgsnatur vor.

Fernweh-Faktor 7/10

7 Ich weiß so wenig über diese Gegend! Wenn man dort lange unterwegs ist, bekommt man sicher tolle Einblicke und findet in einen ganz entspannten, ursprünglichen Wanderrhythmus, ohne dass man sich groß Sorgen über Unterkünfte und Verpflegung machen müsste. Keine Gefahren, keine Geröll- oder Schneefelder, keine besondere Herausforderung, außer dass dich ganz einfach deine Füße immer weitertragen müssen.

Infos

  • Neben den oben verlinkten Wikipedia-Einträgen ist die Website der europäischen Fernwanderwege hilfreich:
  • Artikel über den historischen Kammweg in “Panorama”. Der Autor hat auch einen mehrteiligen Wanderführer dazu herausgebracht (Swen Geißler: Der alte Kammweg. 3 Bde., Fernsicht Verlag.) Beim Verlag gibt es auch eine Website mit Updates zum Weg.
  • Mit Karte und weiteren Links auf Wandermap.net:

Das Projekt

Eine Übersicht über alle meine “Fernweh-Fernwanderwege” gibt’s hier.

Täglich 1,5 Stunden im ÖPNV - Berichte aus dem Leben im Waggon

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